
Die Migräne ist seit über 4000 Jahren bekannt und betrifft 12-14% aller Frauen sowie 6-8% aller Männer. Migräneattacken stellen nicht nur eine Verminderung der Lebensqualität dar sondern bedingen auch häufig einen Ausfall am Arbeitsplatz. Die medikamentöse Behandlung führt nicht immer zur vollen Beschwerdefreiheit, etwa 1/3 der Betroffenen sprechen gar nicht auf die üblichen Migränemittel an.
Eine zufällige Entdeckung kann nun Migränepatienten Besserung versprechen. Bei der Nachuntersuchung von Patienten deren Zornesfalte zur Faltenglättung mit dem Nervengift Botulinumtoxin gelähmt wurde oder sogar operativ entfernt wurde fiel eine Besserung der Migräneanfallshäufigkeit sowie der Schmerzintensität auf. Nach diesem Zufallsbefund erfolgten nun gezielte Untersuchungen, die Verblüffenderweise zeigen, dass bis zu 80% der Patienten von einer deutlichen Besserung oder sogar von einem Verschwinden der Migräneanfälle profitieren.
Eine dauerhafte Anspannung des Zornesmuskels kann zu einer Reizung von kleinen Nervenästen führen, welche wiederum einen Migräneanfall auslösen können. Ein sogenannter Triggerpunkt kann sich auch an anderer Stelle am Kopf, wie an den Schläfen und der Nackenregion als auch in der Nase befinden und es gilt die auslösende Quelle ausfindig zu machen. Nachdem mindestens für einen Monat ein Schmerztagebuch erstellt wurde, wird der Zornesmuskel, welcher der häufigst gefundene Triggerpunkt ist durch das Einspritzen von Botulinumtoxin gelähmt. Die Wirkung tritt nach 3-5 Tagen ein und hält 3-6 Monate an. Nun wird weiterhin streng das Schmerztagebuch für 3 Monate geführt. Falls die Behandlung mit dem Nervengift Botulinumtoxin am Zornesmuskel keine deutliche Besserung zeigt, wird empfohlen andere mögliche Triggerpunkte aufzusuchen. Bevor man jedoch mit dieser speziellen Behandlungsmethode anfängt ist eine gründliche Untersuchung durch den Neurologen Grundlage, um andere Möglichkeiten einer Migräne/Kopfverschmerzerkrankung auszuschließen.
Falls eine deutliche Besserung der Anfallshäufigkeit wie Schmerzstärke zu beobachten ist wird zur dauerhaften Migränebehandlung eine operative Entfernung des Zornesmuskels empfohlen. Dies ist über einen Schnitt am Oberlid möglich, den man auch zur Oberlidstraffung verwendet.
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